Durchtrittschutz von Sicherheitsschuhen

Sicherheitsschuhe mit Nagel

Der Durchtrittschutz eines Sicherheitsschuhs schützt seinen Träger vor der Gefahr, beim Treten auf einen Nagel, oder anderen spitzen Gegenstand, verletzt zu werden. Diese durchtrittsicheren Einlagen werden bei Sicherheitsschuhen der Klassen S1P, S3 und S5, sowie Berufsschuhen der Klasse O3 verwendet. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von durchtrittsicheren Einlagen: Metallische und nichtmetallische. Erfahren Sie alles über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Materialien von Durchtrittschutz bei Sicherheitsschuhen.

Metallischer Durchtrittschutz bei Sicherheitsschuhen

PVC Stiefel S5 "2420" - BLAKLÄDER®
PVC Stiefel S5 „2420“ – BLAKLÄDER®

Ein metallischer Durchtrittschutz besteht in der Regel aus Bandstahl. Dieser wird aus einer 0,7 mm starken Bandstahlplatte gestanzt. Das ausgestanzte Stück Stahl wird vor dem Anbringen der Sohle am Schuh befestigt. Aufgrund der Materialbeschaffenheit kann die Einlage nicht bis ganz an den Sohlenrand gelegt werden. So werden nur etwa 85 % abgedeckt und es entsteht an den Seiten ein kleiner Spalt, durch den Nägel und spitze Gegenstände eindringen können. Zudem wird die Sohle durch die Stahleinlage versteift, was dem Torsionsschutz zu Gute kommt. Der große Vorteil gegenüber nichtmetallischen Einlagen ist, dass Stahl deutlich strapazierfähiger ist. So spielen Spitze/Schärfe und Form des Gegenstandes eine weniger große Rolle, als beim Pendant aus Textil. Ein weiteter großer Vorteil ist, dass gerade Nägel oft an der Stahlsohle abgeleitet und umgebogen werden. Gerade in robusten Sicherheitsstiefel der Klasse S5, wie dem Gummistiefel “2420″ von Blakläder werden Stahleinlagen gerne verwendet.

Nichtmetallischer Durchtrittschutz bei Sicherheitsschuhen

Sicherheitshalbschuhe S1P SRC "FREE" Old Glories - COFRA®
Sicherheitshalbschuhe S1P SRC „FREE“ Old Glories – COFRA®

Der Nichtmetallischer Durchtrittschutz besteht aus mehreren Lagen dicht gewebten Textiles. Oft wird hierzu KEVLAR® verwendet, was die Sohle zusätzlich gegenüber Schnitten von scharfen Gegenständen schützt. Der große Vorteil gegenüber dem Pendant aus Stahl ist die Flexibilität. Wo eine Stahlsohle die Sohle merklich versteift ist der Durchtrittschutz aus Textil kaum spürbar. Zudem wird er direkt in die Sohle eingenäht und deckt somit die gesamte Sohlenfläche ab. Auch bildet das Textil keine Wärmebrücken, was gerade in kalten Umgebungen nützlich ist. Der Nachteil ist jedoch, dass die Sohle nicht so strapazierfähig ist wie Stahl. Wo ein sehr spitzer, dünner Gegenstand bei einer massiven Stahlplatte wenig Chancen hat, kann er bei einem Gewebe leichter durchdringen. Textile Einlagen sind im Generellen deutlich anfälliger gegenüber Form und Dicke des Gegenstandes. Aufgrund der Flexibilität werden nichtmetallische Schutzeinlagen gerne in Schuhen für Vielläufer, wie dem Halbschuh „Free“ von Cofra“ verwendet.

Wie werden durchtritthemmende Einlagen getestet?

Polizeistiefel O3 "RANGER GSG9-S" - HAIX®
Polizeistiefel O3 „RANGER GSG9-S“ – HAIX®

Die Einlagen müssen gemäß der DIN EN 12568 getestet werden, um in Sicherheits- und Berufsschuhen der EN ISO 20345 bzw. EN ISO 20347 verwendet zu werden. Getestet wird die Durchtritthemmung durch einen stumpfen Prüfnagel mit 4,5 mm Durchmesser. Dabei wird dieser mit einer Kraft von 1.100 Newton auf die Einlage gedrückt. 1.100 Newton entsprechen umgerechnet ca. 110 kg statischer Belastung. Durch einfache Gehbewegungen oder auch das herunterspringen von einer Erhöhung kann diese Kraft locker von einer Person erreicht werden, die nur ca. 80 kg Körpergewicht auf die Waage bringt. Zu dieser Gewichtsangebe zählen im Übrigen auch Kleidung und Werkzeuge.

Sicherheitshochschuhe S3 "BIG BARNEY" BAU - BAAK®
Sicherheitshochschuhe S3 „BIG BARNEY“ BAU – BAAK®

Wie man sieht kann sollte man sich auf den Durchtrittschutz nicht blind verlassen, sondern immer darauf achten, was vor einem auf dem Boden ist. Auch wenn der Schutz einen zum Beispiel vor einem Nagel schützt, so entsteht ein Loch in Lauf- und Zwischensohle. Durch dieses Loch kann dann Feuchtigkeit in das Schuhinnere eindringen. Gerade bei Schuhen mit einer Membran wie GORE-TEX® sollten Sie deshalb darauf achten, nicht unnötig auf spitze oder scharfe Gegenstände zu treten. Generell gesagt sind nichtmetallische Einlagen nicht für harte Arbeiten ausgelegt. In Industriehallen oder Werkstätten fühlen sich diese dagegen sehr wohl. Auch im Behördeneinsatz findet man oft nichtmetallische Einlagen, da die Schuhe für solche Tätigkeiten sehr flexibel sein müssen. Ein Beispiel für einen solchen Schuh der Klasse O3 ist der „Ranger GSG9-X“ von HAIX. Für Arbeiten im Baugewerbe oder Beispielsweise der Schrottverwertung sollten Sie auf den bewährten Schutz aus Stahl zurückgreifen, da dieser für harte Arbeiten deutlich besser geeignet ist. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Stiefel „Big Barney“ von Baak.

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