Atemschutz: Welche Maske ist die Richtige?

3M® Gasmaske mit Kombifilter

Ob giftige Gase, Dämpfe, Bakterien oder Schwermetalle, sie alle können den Körper schädigen und zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Oft zeigen sich die gravierenden Folgen erst nach mehreren Jahren oder Jahrzehnten. Deshalb sind Atemschutzmasken häufig wichtiger Bestandteil des Arbeitsschutzes und der persönlichen Schutzausrüstung. Doch welche Maske ist die Richtige? Erfahren Sie bei uns alles über die unterschiedlichen Atemschutz-Arten, Anforderungen und Schutzfunktionen.

Grundsätzlich lassen sich filtrierende Atemschutzmasken in verschiedene Maskentypen unterteilen:

Partikelfiltrierende Halbmasken (FFP-Masken)

Die sogenannten „Staubmasken“ bieten Schutz vor Partikeln, wie Stäube und Aerosole, sind aber unwirksam gegen Gase und Dämpfe.

Die FFP-Masken sind in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Hierbei gilt, je höher die Klasse, desto besser die Filterleistung. Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) legt fest, bei welcher Konzentration eines Stoffes, akute oder chronisch-schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten sind.

FFP Maske von 3M

FFP 1

  • Filtert ungiftige Stäube und Aerosole auf Wasser und Ölbasis
  • Schutz bis zum 4-fachen des AGW-Wertes
  • Schützt beispielsweise bei folgenden Tätigkeiten:Schleifen, Schneiden und Bohren von Beton
  • Reinigungsarbeiten (Hausstaub)
  • Landwirtschaft (Heu, Getreide, Mehl)

FFP 2

  • Filtert gesundheitsschädliche Aerosole
  • Schutz bis zum 10-fachen des AGW-Wertes
  • Schützt beispielsweise bei folgenden Tätigkeiten:
  • Umgang mit Schimmel oder Bakterien der Risikogruppe 2 (Biostoffverordnung)
  • Schleifen, Schneiden und Bohren von Zement, Holz, Stahl, Farben, Lacken, Rost
  • Schweißen von Baustahl & Zink

FFP 3

  • Filtert gesundheitsschädliche und krebserregende Stäube, Rauch und Aerosole, Viren, Bakterien, Pilzsporen
  • Schutz bis zum 30-fachen des AGW-Wertes
  • Schützt beispielsweise bei folgenden Tätigkeiten:
  • Schleifen, Schneiden und Bohren von hochlegiertem Stahl
  • Arbeiten mit Asbest, Dieselruß
  • Umgang mit Viren oder Bakterien der Risikogruppe 3 (Biostoffverordnung)

WICHTIG:

Achten Sie beim Kauf einer Maske darauf, dass sie gemäß EN 149 gekennzeichnet ist. Der neueste Stand der EN 149 lautet EN 149:2001 + A1:2009, was bedeutetet, diese Masken erfüllen auch den 120-mg Paraffin-Öl Belastungstest.

Weitere Kennzahlen

R (Reusable): Die Maske ist wiederverwendbar und kann länger als eine Schicht verwendet werden.
NR (Non reusable): Die Maske ist nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt und muss danach entsorgt werden.
D (Dolomitstaubprüfung bestanden): Diese Masken erfüllen die Anforderungen der zusätzlichen Dolomitstaubprüfung. Das bedeutet weniger Atemwiderstand bei längerer Nutzungszeit.

Zusätzliche Funktionen

  • Nasenpolster: sorgen für Tragekomfort und optimale Anpassung an die Gesichtsform
  • Ausatemventil: ermöglicht das Abströmen ausgeatmeter und überschüssiger Luft, verhindert Hitzestau
  • Aktivkohleschicht: zusätzlicher Schutz und reduzierte Geruchsbelästigung, z.B. bei Müllsortierung

In unserem Onlineshop finden Sie zahlreiche FFP Masken von MOLDEX®. Durch ihr flexibles ActivForm® 3D-Design passen sie sich an unterschiedliche Gesichts-, und Bewegungsformen an.

Staubschutz

Staub kann bei nahezu allen Tätigkeiten der Bauwirtschaft entstehen. Besonders betroffen sind Berufsgruppen wie Steinmetze, Maurer, Schreiner oder Fliesenleger. Bei dem entstehenden Staub handelt es sich hauptsächlich um mineralische Mischstäube, wie Sand, Kalk, Gips, Zement und Beton. Besonders gefährlich wird es, wenn der Staub Quarz enthält, denn dieser kann zu schwerwiegenden Erkrankungen, wie Lungenkrebs, führen. Es gibt drei verschiedene Staubklassen, die sich hinsichtlich ihrer Gesundheitsschädlichkeit unterscheiden:

Staubklasse
Lleichtgefährliche Stäubeüblicher Hausstaub, Sand, Gips, Kalk
Mmittelgefährliche StäubeHolzstäube, Lackpartikel und Metallstaub
Hhochgefährliche Stäubestark gesundheitsschädliche und krebserregende Stoffe, wie Asbest, Schimmelsporen, Bleistaub und Mineralfaser

Das Filtermaterial der Staubschutzmaske „X7000“ von eXtreme® entspricht der Staubschutz-Klasse M und ist somit im Umgang mit Holzstäuben, Lackpartikeln und Metallstäuben geeignet. Das Material besteht aus einlagigem Polyester-Nadelfilz, welches sich dank des weichen Stoffes der Gesichtskontur optimal anpasst. Der Atemwiderstand ist gering, wodurch die Maske auch bei langer Tragedauer anhaltenden Komfort bietet.

Wann reichen FFP-Masken nicht mehr aus?

Wer zusätzlich zu Partikeln, auch noch vor Dämpfen und Gasen geschützt sein muss, sollte eine Halb-, oder Vollmaske wählen und diese mit dem entsprechenden Filter ausstatten.

Atemschutz-Halbmasken

Halbmasken sind Atemschutzmasken, die Mund und Nase umschließen. Sie können beispielsweise mit Gas- und Partikelfiltern ausgestattet werden und bieten, je nach verwendetem Filter, Schutz gegen Schadstoffe, wie Staub, Aerosol, Gase und Dämpfe. Sie sind im Gegensatz zu Vollmasken leichter und kompakter zu tragen.

Atemschutzmaske "4277" von 3M®

Atemschutz-Vollmasken

Hierbei handelt es sich um Maskenkörper, die mit Partikelfilter, Gasfilter und Kombinationsfilter verwendet werden können. Sie haben eine Sichtscheibe und bedecken das gesamte Gesicht. Durch den sehr hohen Dichtsitz kann die Maske gegen höhere Schadstoffkonzentrationen eingesetzt werden und schützt zusätzlich die Augen.

Atemschutzmaske "Serie 9000" von MOLDEX®

Kennzeichnung von Gasfiltern gemäß DIN EN 141

Gasfilterkartuschen werden meist durch eine Kombination von Buchstaben und Zahlen gekennzeichnet, z.B. A2B2E1“. Dabei stehen die Buchstaben für den Filtertyp, welcher festlegt, gegen welche Gefahrstoffe ein Filter schützt.

FiltertypFarbkennzeichnungSchutz gegenAnwendung
AbraunOrganische Gase und Dämpfe, Siedepunkt > 65°Cz.B. Umgang mit Lösemitteldämpfen beim Entfernen von Farbe
BgrauAnorganische Gase und Dämpfe, z.B. Chlor, nicht gegen Kohlenstoffmonoxidz.B. Schweißarbeiten
EgelbSchwefeldioxid, Hydrogenchlorid und andere saure Gasez.B. Reinigungsarbeiten mit Säuren
KgrünAmmoniak und organische Ammoniakderivatez.B. Güllearbeiten
AXbraunNiedrigsiedende organische Verbindungen, Siedepunkt <65°C, die Filter sind für den einmaligen Gebrauch bestimmtz.B. Umgang mit Aceton
HG-P3Rot/weißQuecksilber, die max. zulässige Gebrauchszeit beträgt 50 Std.z.B. Umgang mit Chemikalien
COschwarzKohlenstoffmonoxidz.B. Einsatz in Fluchtgeräten als Schutz vor Brandgasen
NOblauNitrose, Gase, einschließlich Stickstoffmonoxidz.B. Umgang mit Ammoniumnitrat oder Ozon
ReaktororangeRadioaktives Iod, einschließlich radioaktivem Iodmethan

Die Zahlen stehen für die Filterklasse, welche die Aufnahmekapazität des Filters bestimmt.

FilterklasseMax. erlaubte Konzentration bei Verwendung mit Halbmasken:Max. erlaubte Konzentration bei Verwendung mit Vollmasken:
11000 ml/m³, jedoch nicht höher als bis zum 30-fachen des AGW1000ml/m³, jedoch nicht höher als bis zum 400-fachen des AGW
25000 ml/m³, jedoch nicht höher als bis zum 30-fachen des AGW5000ml/m³, jedoch nicht höher als bis zum 400-fachen des AGW
310000 ml/m³, jedoch nicht höher als bis zum 30-fachen des AGW10000 ml/m³, jedoch nicht höher als bis zum 400-fachen des AGW

Kennzeichnung von Partikelfiltern gemäß DIN EN 143

FilterklassePartikeleffizienzHöchstzulässige SchadstoffkonzentrationenAnwendungsbereich
P1klein4x AGW Grenzwertz.B. Lebensmittelindustrie
P2mittel10x Grenzwert mit Halbmaske
15x Grenzwert mit Vollmaske
z.B. Umgang mit Weichholz, Glasfaser, Metall, Kunststoff
P3groß30x Grenzwert mit Halbmaske
400x Grenzwert mit Vollmaske
z.B. Umgang mit Schwermetallen, Hartholz, Bremsstaub, radioaktiven und biochemischen Stoffen

Beispiel: Bestimmung des benötigten Schutzfaktors

Schadstoff:

Konzentration am Arbeitsplatz:

Grenzwert:

Benötigter Schutzfaktor:

Bleistaub (Partikelfilter nötig)

3 mg/m³

0,1 mg/m³

Schadstoffkonzentration/Grenzwert= 3/0,1=30

Bei dieser Tätigkeit wird ein minimaler Schutzfaktor von 30 benötigt, was bedeutet, es muss ein P3 Filter, zusammen mit einer Halb-, oder Vollmaske verwendet werden.

WICHTIG:

Je nach Hersteller und Modell verfügen Halb- und Vollmasken über einen oder zwei Anschlüsse für Atemschutzfilter. Partikelfilter und Gasfilter können jeweils allein oder kombiniert verwendet werden. Da jeder Hersteller eigene Anschlusssysteme anbietet, sind Filter und Masken verschiedener Anbieter meistens nicht miteinander kompatibel.

Was muss ich beachten, bevor ich ein Filtergerät auswähle?

  • Ist ausreichend Sauerstoff in der Umgebungsluft vorhanden?
  • Welche Schadstoffe gibt es in der Umgebungsluft und wie hoch sind deren Konzentrationen?
  • In welcher Form liegen die Schadstoffe vor? (Gase oder Partikel)
  • Haben die Schadstoffe geeignete Warneigenschaften, beispielsweise Geruch oder Geschmack?
  • Wo liegen die gültigen Grenzwerte? (nachzulesen im Arbeitsschutzgesetz und in der Gefahrenstoffverordnung-GefStoffV)
  • Sind zusätzlich zum Atemschutz weitere Schutzausrüstungen erforderlich, z.B. Augen-, oder Gehörschutz?

Falls in bestimmten Arbeitsbereichen extrem hohe Gefahrstoffkonzentrationen vorliegen, der Gefahrstoff nicht bekannt ist oder Sauerstoffmangel herrscht, sollte schwerer Atemschutz (beispielsweise Isoliergeräte) verwendet werden. Im Zweifelsfall muss ein Fachmann befragt werden.

Medizinische Masken

Medizinische Masken, auch Mundschutz genannt, bieten keinen Atemschutz. Der Filter und die lose Passform halten kleine Partikel, wie beispielsweise Bakterien oder Viren, kaum ab. Medizinische Masken schützen Mensch und Umgebung vor Tröpfchen und anderen großen Partikeln, die beim Sprechen oder Ausatmen versprüht werden. Mancher Mundschutz schützt auch vor Blutspritzern und anderen Flüssigkeiten.

Frau mit Mundschutz.

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